Geburtsbericht

„Von Freitag den 13. zum Valentinstag“

Halli Hallo ihr Lieben,

nun sind ja doch wieder einige Tage ins Land gezogen und ich habe einige Sachen zu berichten.
Zum einen möchte ich einen Geburtsbericht verfassen, der für mich allerdings eher negativ als postiv empfunden wurde, daher schon mal als Vorwarnung falls jemand lieber einen positiveren Bericht lesen möchte. Nach dem Bericht möchte ich dann über die ersten Stillversuche schreiben.

Geburtsbericht

Freitag der 13. ist ja ein recht verteufelter Tag. Ein Tag an dem nur Pech ins Haus einkehrt aber die Menschen anhält an genau solch einen Tag vorsichtiger zu sein. Und an diesen einen Tag ist mir der Blasensprung ins Haus getrollt. Ich weiß noch, dass ich auf Toilette gegen 14 Uhr eine menge Schleim verloren hatte von dem ich aber nicht wusste, ob es der Schleimpfropf ist, da das berühmte „Zeichnen“ –  also Blut fehlte. Also ließ ich es dabei, fuhr mit meiner Schwester und meinem Vater zum Italiener, schnackulierte einen ordentlichen Obstteller und ein Cordon Bleu. Fühlte mich dann ganz leicht „eigenartig“ und wollte nach hause. Als ich mich dann mit meinem Freund Bett fertig machte, kam ich noch auf die absurde Idee ausgerechnet an diesen Tag noch ein Anti-Pinkel-Laken zu spannen. Das Witzige an der Sache war… direkt als wir fertig damit waren schaute ich meinen Freund an „Schatz… ich hab gerade meinen Blasensprung…“. Meine Güte war ich aufeinmal aufgeregt. Ich schickte ihn vorsorglich noch mal für 1h ins Bett, rief im Krankenhaus an um uns anzukündigen und ordnete noch einmal meine Sachen. Von Wehen war bis dahin allerdings noch nichts zu spüren. Es ist allerdings ein echt merkwürdiges Gefühl unkontrolliert in die Hose zu strullern. Innerhalb dieser Stunde setzte dann auch das „Zeichnen“ ein.

Als wir dann um 23 Uhr im Krankenhaus waren bestätigte die Hebamme, dass meine Blase gesprungen ist und schickte uns ins Überwachungszimmer um auf meine Wehen zu warten. Da war mein Muttermund bei 1cm. um 23:23 setzte dann auch schon die erste Wehe ein. Ja, die waren zwar anfangs echt noch auszuhalten aber für mich schon recht stark. Bis 4 Uhr verstärkten sich die Wehen unaufhaltsam. Ich musste schon anfangen zu jammern und ein „Ohhhh“ tönen. Mein Freund leistete seinen Anteil in dem er mir den unteren Rücken massierte. Ab 4 Uhr kroch ich buchstäblich in den Kreißsaal. Da waren wir aber erst bei 2cm….

Die Aussicht meine geplante Wassergeburt oder den Gebärhocker zu bekommen schwanden mit jeder Stunde… die Schmerzen wurden unerträglicher. Irgendwann bettelte ich nach einem Schmerzmittel und bekam dann eine Spritze in mein Popöchen. Diese wirkte nach 10 min. tatsächlich lindernd. Allerdings verursachte sie starken Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Das war dann auch der Punkt an dem meine Kräfte schwankten, die Herztöne meines Babys ab und zu absackten und ich einfach nicht mehr wollte. 3/4 der Geburt verbrachte ich so mit geschlossenen Augen, da der Schwindel es mir sowieso nicht ermöglichte irgendwas zu machen. Am liebsten lag ich auf der Seite, das weiß ich noch… zog mich stark an die Seitengriffe, schrie, schrie, schrie so laut ich nur konnte, hemmungslos. Irgendwann hat man mir dann den Wehentropf gelegt weil wohl meine Wehen nicht Muttermundwirksam waren. Danach wurde es dann immer schlimmer. Die Bitte nach einer 2. Spritze folgte 2h später. Diese wirkte allerdings sogut wie gar nicht mehr, dann kam das, was ich am aller wenigsten auf dieser Welt wollte – der Gedanke an die PDA. Aus Vernunft wusste ich allerdings auch, dass ich es ohne sie nicht schaffe. Lieber eine PDA als ein Kaiserschnitt oder zu riskieren das es dem Baby nicht mehr gut geht.

Nach quälenden 30-40 min. kam auch endlich die Anästhesistin, klärte mich auf (ich habe keine Ahnung was sie gesagt hat…) und ließ mich irgendeinen Wisch unterzeichnen da die PDA ja nicht harmlos ist. Ich sollte mich noch aufrecht hinsetzen, Beine auf einen Stuhl abstützen und mich nach vorne beugen und still halten. HALT?! STILL HALTEN? MIT DIESEN WEHEN? Jap. Ich bekam in der Zeit 3 Wehen, bei einer bin ich fast zusammengebrochen, die anderen beiden hielt ich tatsächlich halbwegs aus so dass die PDA gelegt werden konnte. ich weiß nicht, ob sie mehr geschmerzt hätte wenn man sie früher gelegt hätte, aber so zog es nur im Rücken. Leider wirkte sie nicht vollständig… sie nahm etwas vom Druck auf den Damm aber beließ es bei den Schmerzen der Wehen und der Weitung meiner Genitalien. Die Presswehen an sich waren eigentlich von den Schmerzen her erträglicher als die anderen Wehen. Schlimm war nur das „Beugen sie sich vor, halten sie ihre Beine mit den Armen, ziehen sie die Luft ein und PRESSEN SIE! LUFT ANHALTEN UND PRESSEN!“ Ja, das ist irgendwie einfacher als gesagt. Als feststand, dass ich es ohne Hilfe nicht schaffe, wurde noch ein Arzt herbei geholt der mir auf den Bauch drücken sollte wenn ich pressen musste. Nebenbei mussten mir 3 neue Kanülen mit Wehenmittelchen gespritzt werden, eine Kanüle flog dabei im hohen Bogen raus und ließ einen beträchtlichen Anteil an Blut rumspritzen. Irgendwann in den Presswehen bekam ich auch noch einen Dammschnitt verpasst, den ich allerdings nicht gespürt hatte, denn es fühlte sich ohne hin alles an als würde es jeden Augenblick reißen. Diese Schmerzen werde ich vermutlich nieeemals vergessen. Dieses starke brennen und ziehen, Das Gefühl zu versagen und in 2 Stücke gerissen zu werden. Aber…. ich konnte nicht 1 Träne vergießen. Das bei diesen Schmerzen. Ich  hielt durch. Konnte das Köpfchen meines Babys ertasten, wie es sich nach draußen schob. Ich war nicht allein und nicht die Einzige die litt. Ich musste es für mich und meinem Baby schaffen. Und wir schafften es auch. Irgendwann spürte ich wie der Kopf rausrutschte, sich unten alles etwas erleichterte und dann der Körper raus glitt. Es stimmt also, dass wenn der Kopf durch ist, die Geburt wirklich nur noch ein Klacks danach ist. Den Körper spürt man kaum noch. Dann kommt das erlösende weinen des Kindes. Meines Babys.

Er war so winzig, so bläulich und leicht zerknittert. Aber kaum mit Blut oder Käse beschmiert. Da lag er zwischen meinen Beinen und wurde noch abgetupft und mir dann sofort auf die Brust  gelegt. Mein Freund durfte die Nabelschnur durchschneiden. Während wir unser Meisterwerk betrachteten zog die Hebamme die Plazente heraus und überprüfte sie. Alles war ok. Nur noch der Dammschnitt der vernäht wurde, die Untersuchung meines Babys und dann waren wir 2h für uns. zu 3. im Kreißsaal. Meine kleine Familie.

Mein Baby

Name: Sam
Geburtstag: 14.02.2015 um 13:59
Gewicht: 3120 Gramm
Größe: 51 cm
Kopfumfang: 35 cm

Stillen

Die ersten Stillversuche waren eigentlich gar nicht so schlecht. 3 Tage lang klappte das auch echt gut, dann gings damit los, dass meine Brüste nicht nur plötzlich doppelt so groß waren sondern auch, dass sie nicht mehr in den Mund meines Babys passten. Ich musste anfangen Milch abzupumpen in der Hoffnung das meine Nippel dadurch für das Baby wieder erreichbar wurden. Klappte nur leider nicht wirklich. Also bekam er 2 Tage lang die Flasche, was allerdings nicht schlimm war, denn so konnten wir festhalten wie viel er getrunken hat und so mit wieder an Gewicht zu legte. 
Dann kam meine liebe Hebamme (ich hätte sie 1000x lieber bei mir im Kreißsaal gehabt als die beiden anderen Hebammen)  vorbei und riet mir zu „Stillhütchen“ und bei Gott ja! Diese kleinen „künstlichen Nippel“ waren die Erlösung! Mein Baby konnte wieder von mir gestillt werden. Es tat nicht mehr weh und ich war glücklich. Es ist nämlich echt deprimierend wenn man denkt, man kann nicht stillen und nach solch einer Geburt wäre das auch noch eine zusätzliche Belastung gewesen. Aber jeden der Probleme mit sowas hat, lege ich die Stillhütchen von MAM wirklich ans Herz. Sie kosten so gut wie gar nichts aber machen einen wirklich glücklich. 

Das wars dann erst einmal von uns!

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